Pflegebedarf

Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl an Pflegefällen und pflegebedürftigen Personen. Gemessen ab dem Jahre 2005 bis ins

Jahr 2015 hat sich die Anzahl der pflegebedürftigen Personen um 34,4 Prozent erhöht. Im Dezember 2015 waren nach den Ergebnissen der zweijährlich durchgeführten „Pflegestatistik“ rund 2,9 Millionen Menschen (davon 64 Prozent weiblich und 36 Prozent männlich) in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetztes (SGB XI).

 

Gemäß dem § 14 Abs. 1 SGB XI sind solche Personen als pflegebedürftig anzusehen, „die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen

der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Insbesondere bei den Hochbetagten (80 bis unter 90 Jahre) steigt die Zahl der Pflegebedürftigen bereits bis 2045 um knapp 82 Prozent.

 

Aus Pflegestufe wurde Pflegegrad

 

Ab 01.01.2017 wurden die bisherigen drei Pflegestufen in fünf neue Pflegegrade übergeleitet. Für Pflegepatienten die bereits eine Pflegestufe hatten, gibt es Bestandsschutz. Viele Pflegepatienten werden sogar finanziell besser gestellt. Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz wurde ein neues Begutachtungsverfahren für die Feststellung einer Pflegebedürftigkeit eingeführt. Damit erhalten erstmals alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen - unabhängig davon, ob sie an körperlichen Beschwerden oder an einer Demenz erkrankt sind. Die Umstellung auf fünf Pflegegrade soll die Erfassung psychischer Beeinträchtigungen erleichtern. Dadurch bekommen Demenzkranke häufiger Geld aus der Pflegeversicherung. Bisher gingen sie oft leer aus, da ihr körperlicher Zustand beim alten Bewertungssystem keinen Pflegebedarf erkennen ließ.

 

War früher für die Empfehlung der Pflegestufen der Hilfebedarf in Minuten für Waschen, Trinken, Essen und Mobilität ausschlag-gebend, so ist heute der Grad der Selbstständigkeit in den elementaren Lebensbereichen entscheidend. Gemessen wird das in Kriterien wie Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.